Maklerschelte ignoriert Qualifizierung und Fachkompetenz

08September

Maklerschelte ignoriert Qualifizierung und Fachkompetenz

Maklerschelte ist z.Zt ein vielgeliebtes Thema. In der Presse, im Internet, in der Politik und im privaten Umfeld. Man hat fast den Eindruck, dass es am einfachsten ist, Fehlentwicklungen im Immobilienmarkt mit dem Hinweis auf die  "unverdiente"  und "viel zu hohe" Maklerprovision zu erklären. Das ist eingängig.  Das kommt gut an und wird kaum hinterfragt.

So schreibt die Berliner Zeitung: 

" In Deutschland braucht man nicht viel, um als Makler arbeiten zu dürfen: Ein Gewerbeschein und der Nachweis, das man keine Straftaten begangen hat – mehr verlangt das Gesetz nicht.." Eine vorgeschriebene Ausbildung oder Prüfung gebe es nicht.

Ein weiteres gutes Beispiel für eine Halbwahrheit durch Weglasssen und einen irreführenden Verweis auf einen Paragraphen des BGB, der nur etwas über die Maklerprovision aussagt.

Und es bleiben Fragen:

  • Warum nur ist dem Autor verborgen geblieben, daß es den Ausbildungsberuf des Immobilienkaufmanns mit einer dreijährigen Lehrzeit und abschließender Prüfung vor der IHK gibt?  Zur Ausbildung gehören Maklerwesen, Immobilienverwaltung, Baurecht, Notarwesen u.v.m.!
  • Warum übersieht man das hohe Niveau der Azubis geflissentlich?  74 % der Azubis haben Abitur und weitere 21% die sog. Mittlere Reife gemacht!
  • Warum arbeiten viele Absolventen nach ihrem  Abschluss als selbstständige oder angestellte Immobilienmakler ?
  • Warum ist diese Ausbildung gerade auch für angehende Immobuilienmakler attraktiv, obwohl sie in der Gewerbeordnung nicht vorgeschrieben ist ?
  • Warum läßt man also zu, dass hochmotivierte und qualifizierte junge Menschen einfach mit den schwarzen Schafen eines Berufstandes gleichgesetzt werden.
  • Und 'last but not least': warum läßt man die vielen Fortbildungskurse des IVD (Immobilienverband Deutschland) unerwähnt, die der Fachverband regelmäßig zur Aktualisierung des Fachwissens seiner Mitglieder durchführt?

Wir sind ständiges Mitglied im Prüfungssausschuss für Immobilienkaufleute bei der Industrie- und Handelskammer Niederrhein und helfen den besorgten Kritikern gerne dabei, ihr Faktenwissen zu ergänzen.

Doch schon die bloße Erwähnung positiver Fakten könnte ja u.U. das eingängig negative Bild des Immobilienmaklers infrage stellen. 

Und nebenbei bemerkt: Wie in jedem anderen Beruf gibt es auch im Maklerwesen schwarze Schafe.

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